07.04.2020 / Artikel, Medienmitteilung, Meinung / /

Schul- und Ferienzeiten in Zeiten der Pandemie

Die CVP Obwalden hält nicht viel von der Forderung, die Schulzeit in den Sommer hinein zu verlängern. Die Lehrpersonen leisten einen grossen Effort, damit die Zeit auch ohne Präsenzunterricht produktiv genutzt wird. Der Kanton Obwalden muss nach den Entscheiden der Schweizer Erziehungsdirektorenkonferenz keinen Sonderzug fahren.

In den regionalen und nationalen Medien geistert die Forderung herum, einzelne Kantone sollen aufgrund der Corona-Krise das Schuljahr verlängern und die Sommerferien um eine Woche kürzen. Für die CVP Obwalden ist die politische Diskussion ein wichtiges Instrument der direkten Demokratie und des föderalen Staatsaufbaus. Die isolierte Forderung nach kürzeren Sommerferien für Schulkinder und Lehrpersonen in Obwalden ist jedoch aus mehreren Gründen klar abzulehnen.

Niemand weiss, wie die Pandemie weiter verlaufen wird, ob der Bundesrat die ausserordentliche Lage über den 19. April hinaus verlängern muss und wann wieder einigermassen Normalität einkehren wird. In diesem Zeitpunkt den Kindern, ihren Eltern und den Lehrpersonen indirekt Untätigkeit zu unterstellen, ist unfair. Zahlreiche Beispiele aus unterschiedlichen Gemeinden zeigen, dass die Lehrerinnen und Lehrer mit grossem Einsatz daran sind, das Beste aus der Situation zu machen und das praktisch ohne Vorlaufzeit. Schülerinnen und Schüler sind in Zeiten des sogenannten ‘Distance Learning’ bestimmt mehr und nicht weniger gefordert. Zudem lernen sie daheim auch noch andere Dinge als im regulären Schulunterricht, diese Wochen sind keine «verlorene Zeit». Eine zusätzliche Schulwoche während der sommerlichen Hitze verlängert die Ausnahmesituation sogar noch, ohne dass die bildungsmässigen Unterschiede, welche zweifellos entstehen werden, dadurch gezielt ausgeglichen werden.

Dass die Kantone unterschiedliche Regelungen bei den Ferienzeiten haben, ist bewusst so gewollt und Ausdruck der kantonalen Autonomie. Innerhalb von Obwalden ist die Vereinheitlichung von Engelberg und Sarneraatal 2015 im Kantonsrat erbittert bekämpft worden. Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) ist das zuständige Gremium, welches in der aktuellen Situation die Richtung vorgibt und sie macht dies angemessen und nachvollziehbar. Die CVP Obwalden vertraut dem Regierungsrat, dass er seine Lagebeurteilung darauf abstützen und die richtigen Prioritäten setzen wird. Im Nachgang zu dieser herausfordernden Situation soll man allerdings auch in Obwalden die getroffenen Massnahmen objektiv analysieren und Schwachstellen aufdecken, um bei einem allfälligen nächsten Mal noch besser vorbereitet zu sein. Dazu gehört auch die Leistungsfähigkeit der Informatikinfrastruktur beim Kanton und den Gemeinden.

Wir möchten es nicht unterlassen, bei dieser Gelegenheit all jenen zu danken, welche in dieser schwierigen Situation weiterhin pflichtbewusst, aber auch flexibel ihre Arbeit leisten. Sie tragen damit dazu bei, dass die Gesellschaft nicht vollständig zum Erliegen kommt. Die CVP Obwalden ist beeindruckt von der grossen Solidarität in der Bevölkerung.

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